Tarnung in der Tierfotografie – Kleidung & Ausrüstung für die Wildtierfotografie im Erzgebirge

In der Tier- und Wildtierfotografie entscheidet nicht nur die Kamera über ein gelungenes Foto, sondern vor allem, wie gut wir uns in der Natur tarnen. Gerade im Erzgebirge, wo viele Tiere sehr aufmerksam und scheu sind, spielt Tarnung eine entscheidende Rolle. In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Kleidung und welche Tarnmöglichkeiten sich in der Praxis bewährt haben – von einfacher Outdoorbekleidung bis hin zum Tarnzelt.


Allgemeine Hinweise zur Tarnung in der Tierfotografie

Unabhängig davon, für welche Art der Tarnung du dich entscheidest, gelten ein paar Grundregeln:

  • Nutze leise Stoffe, die bei Bewegung nicht rascheln

  • Setze auf gedeckte Farben – Tarnmuster sind kein Muss

  • Oliv-, Braun- und Erdtöne reichen völlig aus

  • Bewege dich langsam, bedacht und möglichst lautlos

Oft ist es nicht das auffällige Muster, sondern Bewegung und Geräusche, die Tiere frühzeitig warnen.


Outdoorkleidung – meine bevorzugte Tarnung

In der Praxis bin ich meist mit normaler Outdoorkleidung unterwegs. Sie ist vielseitig, robust und reicht für viele Situationen in der Wildtierfotografie vollkommen aus.

Worauf du achten solltest:

  • Robuste und warme Kleidung ist essenziell

  • Bequemes, wasserfestes Schuhwerk – warme Füße sind die halbe Miete

  • Zieh dich lieber etwas zu warm an – beim Ansitz kühlt man schnell aus

  • Ideal sind Hosen mit verstärkten, wasserdichten Knien und Gesäß

    → Nasses Moos, Schlamm oder feuchter Waldboden gehören zum Alltag und da sitzt man häufig

  • Viele empfehlen, helle Körperstellen wie Hände und Gesicht zu tarnen

    → Das ist sinnvoll, ich persönlich nutze jedoch keine Gesichtstarnung, trage jedoch Handschuhe relativ häufig in der kälteren Jahreszeit

  • Zusätzlich setze ich auf Schatten, Vegetation und natürliche Deckung

Langsame, ruhige Bewegungen sind dabei mindestens genauso wichtig wie die richtige Kleidung.


Tarnkleidung – flexibel und leicht

Tarnkleidung wird meist über der eigentlichen Kleidung getragen und ist besonders praktisch, wenn du spontan zusätzliche Tarnung brauchst.

Wichtige Hinweise:

  • Kaufe Tarnkleidung lieber eine Nummer größer, um sie auch über dicke Kleidung tragen zu können

  • Achte trotzdem auf gedeckte Farben darunter – grelle Kleidung scheint selbst durch Tarnstoff

Vorteile:

  • leicht, kompakt, gut im Rucksack zu verstauen

Nachteile:

  • wenig reißfest, bleibt leicht im Gebüsch hängen

Für kurze Ansitze oder als Ergänzung ist Tarnkleidung eine gute Option, beim Pirschen jedoch nicht immer ideal.


Tarnnetze – leicht, effektiv und vielseitig

Eine meiner liebsten Methoden der Tierfotografie Tarnung ist das Tarnnetz. Es ist leicht, günstig und sehr flexibel einsetzbar.

So nutze ich es:

  • Tarnnetz über Kamera und Stativ

  • Ich sitze dahinter, sodass meine Bewegungen weniger auffallen

  • Optimal wäre es, das Netz zusätzlich über den Kopf zu ziehen – das mache ich aber eher selten

Besonders effektiv ist die liegende Position:

  • Mit einer Isomatte an Wald- oder Feldrändern

  • Stativ bodennah vor dem Körper

  • Tarnnetz über Kamera und Fotograf

Vorteile:

  • leicht, kompakt, preiswert

  • immer im Rucksack dabei

Nachteile:

  • nicht wetterfest, bei Regen wirst du nass 😃


Tarnzelt – maximale Tarnung für perfekte Bedingungen

Das Tarnzelt ist das Nonplusultra in der Wildtierfotografie Ausrüstung, wenn es um Tarnung geht.

Vorteile:

  • absolut blickdicht & wetterfest

  • hoher Komfort, teils groß genug für mehrere Personen

  • manche Modelle erlauben sogar das Übernachten am Fotospot

Nachteile:

  • preisintensiv

  • relativ schwer & großes Packmaß

  • man benötigt ausreichend Platz zum Aufbau am Fotospot

Ein Tarnzelt lohnt sich besonders für geplante Ansitze oder bestimmte Tierarten.


Die beste Tarnung: Nutze die Natur

In der Praxis nutze ich am häufigsten:

  • gedeckte Outdoorkleidung

  • ein kleines Tarnnetz

  • natürliche Deckung wie Fichten (die häufigste Baumart im Erzgebirge) mit tief hängenden Ästen oder dichte Sträucher

Diese Plätze liegen meist im Schatten, was die Tarnung zusätzlich verstärkt.

Vorteile:

  • überall verfügbar

  • kein zusätzliches Gewicht

  • vollkommen natürlich

Nachteil:

  • erfordert etwas Erfahrung und Übung, um gute Stellen zu erkennen


Fazit: Welche Tarnung ist die richtige?

Für die meisten Situationen in der Tierfotografie im Erzgebirge reicht bereits:

  • Outdoorbekleidung in gedeckten Farben

  • langsame, ruhige Bewegungen

  • Nutzung natürlicher Tarnung

Wenn du deine Tierfotografie Ausrüstung erweitern möchtest, sind Tarnnetze der nächste logische Schritt.

Für maximale Erfolge und perfekte Bedingungen ist ein Tarnzelt die beste – wenn auch aufwendigste – Lösung.

Denn am Ende gilt:

Die beste Tarnung ist die, mit der du dich wohlfühlst und die du regelmäßig nutzt.


FAQ – Tarnung in der Tierfotografie

  • Wildtiere reagieren sehr sensibel auf Bewegungen, Geräusche und Kontraste. Eine gute Tarnung hilft dabei, unauffällig zu bleiben und natürliche Verhaltensweisen der Tiere zu beobachten und zu fotografieren. In der Wildtierfotografie erhöht Tarnung deutlich die Chancen auf ruhige, authentische Aufnahmen.

  • Ja, in vielen Situationen ist Outdoorkleidung in gedeckten Farben vollkommen ausreichend. Oliv-, Braun- oder Erdtöne in Kombination mit ruhigem Verhalten und natürlicher Deckung funktionieren sehr gut. Gerade für Einsteiger ist dies eine sehr praktische und kostengünstige Lösung.

  • Nein, Camouflage ist kein Muss. Viel wichtiger als das Muster sind Farbe, Material und Bewegung. Leise Stoffe und natürliche Farbtöne reichen in der Regel aus, besonders wenn du zusätzlich Schatten oder Vegetation zur Tarnung nutzt.

  • Ideal sind dunkle, gedeckte Farben wie Olivgrün, Braun, Grau oder Erdtöne. Diese Farben fügen sich gut in Wald- und Wiesenlandschaften ein und vermeiden harte Kontraste, die Tiere schnell wahrnehmen.

  • Eine Tarnung von Gesicht und Händen kann sinnvoll sein, da helle Hautflächen stark auffallen. Sie ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Man kann darauf verzichten und stattdessen auf Schatten, ruhige Positionen und natürliche Deckung setzen – oft mit ebenso guten Ergebnissen.

  • Beides hat seine Vorteile. Tarnnetze sind leicht, günstig und flexibel, eignen sich gut für spontane Einsätze und lassen sich einfach im Rucksack transportieren. Tarnzelte bieten maximale Tarnung und Komfort, sind wetterfest, aber deutlich schwerer und kostenintensiver. Die Wahl hängt von deinem Fotostil und dem geplanten Einsatz ab.

  • Eine einfache und effektive Methode ist es, Kamera und Stativ mit einem Tarnnetz abzudecken. Dadurch werden Bewegungen weniger auffällig und glänzende Oberflächen verschwinden. Auch Objektivüberzüge in gedeckten Farben helfen, Reflektionen zu vermeiden.

  • Für Einsteiger empfiehlt sich eine Kombination aus:

    • gedeckter Outdoorkleidung

    • ruhigem Verhalten

    • Nutzung natürlicher Tarnung wie Büsche oder Bäume

    • optional ein leichtes Tarnnetz

    Diese Variante ist kostengünstig, flexibel und ideal für erste Erfahrungen in der Tierfotografie.

  • Vögel reagieren extrem empfindlich auf Bewegungen. Eine niedrige Position, langsame Bewegungen und zusätzliche Tarnung – etwa durch ein Tarnnetz oder ein Tarnzelt – sind hier besonders hilfreich. Auch das Fotografieren aus dem Schatten oder von festen Ansitzplätzen aus erhöht die Erfolgschancen deutlich.

  • Häufige Fehler sind:

    • laute, raschelnde Kleidung

    • helle oder grelle Farben

    • hastige Bewegungen

    • unnötiges Positionswechseln

    • glänzende Ausrüstung ohne Tarnung

    Geduld, Ruhe und unauffälliges Verhalten sind oft wichtiger als perfekte Tarnkleidung.

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Das gehört im Winter in meine Fototasche – Tierfotografie im Erzgebirge

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