Kameraeinstellungen für Tierfotografie – meine besten Foto-Tipps für scharfe Wildtierfotos

Die richtigen Kameraeinstellungen sind der Schlüssel zu beeindruckenden Ergebnissen in der Tierfotografie. Gerade in der Wildtierfotografie im Erzgebirge hast du es mit schnellen Bewegungen, wechselnden Lichtbedingungen und oft großer Distanz zu tun. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Verschlusszeit, Blende, ISO und Fokus optimal einsetzt, damit deine Wildtierfotos zuverlässig scharf und detailreich werden.


1. Verschlusszeit, Blende & ISO – die wichtigsten Grundlagen

Verschlusszeit: Der entscheidende Faktor in der Tierfotografie

Die Verschlusszeit ist bei Wildtieren die wichtigste Einstellung überhaupt. Sie bestimmt, ob Bewegungen eingefroren werden oder Unschärfe entsteht – besonders bei Teleobjektiven, die jede Bewegung verstärken.

Als Orientierung:

  • 1/500 s – für ruhige Tiere (z. B. ein Reh, das entspannt aus dem Wald schaut)

  • 1/1000 s – für langsam bewegende Tiere (z. B. Enten beim Schwimmen)

  • 1/2500 s – für sehr schnelle Bewegungen (z. B. Flügelschlag von Singvögeln)

Damit du die Verschlusszeit gezielt steuern kannst, solltest du im TV-/S-Modus (Zeitpriorität) oder im Manuellen Modus fotografieren.

Blende: So viel Licht wie möglich

Für Tierfotos empfehle ich grundsätzlich:

Nutze die kleinste Blendenzahl, die dein Objektiv hergibt.

Das hat zwei Vorteile:

  1. Mehr Licht auf dem Sensor → kürzere Verschlusszeit möglich

  2. Schöne Hintergrundunschärfe (Bokeh), wodurch das Tier besser freigestellt wird

Viele Fotografen raten dazu, 1–2 Stufen abzublenden, um die maximale Schärfe des Objektivs zu erreichen.

Ich persönlich mache das nie – ich fotografiere immer mit Offenblende, und die Ergebnisse sprechen für sich.

ISO: flexibel und kein Grund zur Sorge

Die ISO ist die flexibelste Komponente im Dreieck aus Blende, Verschlusszeit und ISO.

Meine Empfehlung:

  • AUTO-ISO ist absolut okay – und wird sogar von vielen Profis genutzt

  • Du kannst die ISO natürlich auch manuell setzen, wenn du ein Gefühl für das Rauschen deiner Kamera entwickeln möchtest

  • Mach dir keine Sorgen um Bildrauschen – moderne Software entfernt Rauschen heute extrem zuverlässig

Wichtiger ist, dass dein Foto scharf ist.

Licht lässt sich immer korrigieren – eine verwackelte Aufnahme nicht.

Zwischenfazit

  • Wähle die kleinstmögliche Blende

  • Achte auf eine ausreichend hohe Verschlusszeit

  • Wenn du nicht manuell arbeiten möchtest:

    → Nutze TV/S-Modus + Auto-ISO – schnell, zuverlässig und perfekt für Einsteiger


2. Die richtigen Fokus-Einstellungen

Bewegte Tiere → AF-C/Servo

Bei Bewegung solltest du unbedingt im kontinuierlichen Autofokus fotografieren:

  • AF-C (Nikon/Sony)

  • Servo AF (Canon)

Damit verfolgt der Fokus das Tier, während es sich bewegt – extrem wichtig bei Vögeln, Rehen oder Füchsen.

Ruhige Tiere → Einzelfokus / Einzelmessfeld

Wenn sich das Tier kaum bewegt (z. B. ein sitzender Vogel oder Hirsch):

  • nutze einen einzelnen Fokuspunkt, um präzise das Auge anzusteuern

  • Falls vorhanden: Tieraugen-Autofokus aktivieren – funktioniert großartig und sehr zuverlässig

Vögel im Flug → großer Fokusbereich

Bei Flugaufnahmen ist es fast unmöglich, mit einem einzelnen Fokuspunkt mitzuhalten.

Hier solltest du einen großen Fokusbereich oder mehrere Felder aktivieren, damit die Kamera das Motiv besser erkennt und verfolgt.

Der richtige Autofokus-Modus ist wichtig.

3. Manuell oder Automatik? Mach dich frei von Mythen

Viele behaupten:

„Ein echter Fotograf fotografiert nur im manuellen Modus.“

Ich sehe das anders – und die Ergebnisse beweisen es.

Man sieht einem Foto nicht an, ob es manuell oder mit Kamerahilfe entstanden ist.

Die modernen Kameras, inklusive KI-gestützter AF-Systeme, sind mittlerweile so gut, dass man gerne Verantwortung abgeben darf.

Wichtig ist nur:

  • Nutze die Einstellungen, mit denen du sicher bist und die du gut beherrschst

  • und jene, mit denen du die Fotos bekommst, die du dir vorstellst


4. Serienbildrate – entscheidend bei schnellen Aktionen

Wenn du schnelle Bewegungen festhalten willst, etwa:

  • Flügelschlag

  • Jagdszenen

  • startende Vögel

  • rennende Tiere

dann ist eine hohe Serienbildrate extrem wichtig.

Moderne Kameras schaffen 20–30 Bilder pro Sekunde.

Der Vorteil: Du kannst dir später den perfekten Moment auswählen.

Gerade in der Wildtierfotografie macht das oft den Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Foto.

Schnelle Verschlusszeit bei Vögeln im Flug

5. Leiser Auslöser – perfekt für scheue Tiere

Viele Kameras bieten einen leisen oder lautlosen Verschluss (elektronischer Shutter).

Er ist besonders nützlich:

  • im Tarnzelt

  • bei sehr scheuen Wildtieren

  • wenn jedes Geräusch die Szene ruinieren könnte

Der elektronische Verschluss sorgt dafür, dass du völlig lautlos fotografierst – ein großer Vorteil in der Naturfotografie.


Fazit: Die richtigen Kameraeinstellungen machen den Unterschied

Die perfekte Kombination aus Verschlusszeit, Blende, ISO und Fokus sorgt für scharfe und ausdrucksstarke Tierfotos – ganz egal, ob du im Erzgebirge, im Wald oder im eigenen Garten fotografierst.

Für die meisten Situationen gilt:

  • Hohe Verschlusszeit

  • Offenblende

  • AUTO-ISO oder manuelle ISO nach Gefühl

  • AF-C/Servo für Bewegung, Einzelpunkt für ruhige Tiere

  • Hohe Serienbildrate nutzen

Mit diesen Foto-Tipps bist du bestens gerüstet für die Wildtierfotografie im Erzgebirge – und wirst schon bald zuverlässig scharfe, beeindruckende Tierfotos aufnehmen.

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Welche Kamera und welches Objektiv für Tierfotografie? – Meine Tipps aus der Praxis