Der Europäische Rotfuchs – Sinne, Verhalten & Tipps für die Tierfotografie

Der Europäische Rotfuchs (Vulpes vulpes) gehört zu den anpassungsfähigsten Wildtieren unserer heimischen Wälder. Auch im Erzgebirge ist er weit verbreitet – dennoch bleibt er für viele ein scheues Phantom. Wer ihn fotografieren möchte, sollte seine Sinne und Gewohnheiten gut kennen. Genau hier liegt der Schlüssel zu erfolgreichen Begegnungen in der Wildtierfotografie.

Zwei Füchse im Schnee
Fuchs Trittsiegel

Wie gut kann ein Fuchs riechen?

Der Geruchssinn des Fuchses ist hervorragend ausgeprägt. Er nutzt ihn zur Nahrungssuche, zur Orientierung und zur Kommunikation mit Artgenossen. Füchse können selbst schwache Gerüche über große Distanzen wahrnehmen und unterscheiden sehr genau zwischen bekannten und fremden Gerüchen.

Tipp aus fotografischer Sicht:

Achte unbedingt auf den Wind. Wenn der Wind vom Fotografen zum Fuchs weht, ist die Begegnung meist schneller vorbei, als man reagieren kann. Ich positioniere mich beim Ansitz im Erzgebirge immer so, dass der Wind auf mich zu oder seitlich weht. Tarnung ersetzt niemals die Beachtung der Windrichtung.


Wie gut sieht ein Fuchs?

Wenn es um Farbwahrnehmung und Fernsicht geht, sehen Füchse um einiges schlechter als Menschen.

Dafür sind sie extrem gut darin, Bewegungen zu erkennen – selbst kleinste Veränderungen in ihrer Umgebung fallen ihnen sofort auf. Durch ihre vertikalen Pupillen, die ihnen im Nahbereich eine sehr präzise Tiefenwahrnehmung ermöglichen, können sie bodennahe Beutetiere besonders akkurat orten.

Fototipp:

Langsame, kontrollierte Bewegungen sind entscheidend. Beim Ansitz nutze ich gern natürliche Deckung wie Büsche oder tief hängende Fichtenäste. Kamera und Stativ bewege ich nur, wenn der Fuchs gerade nicht in meine Richtung schaut, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.


Wie gut hört ein Fuchs?

Das Gehör des Fuchses ist außergewöhnlich gut. Er kann hohe Frequenzen wahrnehmen und selbst leiseste Geräusche präzise orten. Seine großen, beweglichen Ohren kann er exakt ausrichten, um Geräuschquellen punktgenau zu lokalisieren. So ist es ihm möglich, Mäuse sogar unter einer bis zu 30 Zentimeter dicken Schneedecke zu hören und ihre Position genau zu bestimmen.

Fototipp:

Leise Kleidung ist extrem wichtig. Raschelnde Stoffe oder lautes Umsetzen der Füße verraten dich sofort. Auch der leise oder elektronische Verschluss der Kamera kann in ruhigen Situationen ein großer Vorteil sein – besonders bei Ansitzen in unmittelbarer Nähe.


Lebensraum – Wo lebt der Fuchs?

Der Rotfuchs ist ein echter Überlebenskünstler. Er lebt in Wäldern, Feldlandschaften, an Waldrändern und sogar in der Stadt. Im Erzgebirge treffe ich ihn besonders häufig:

  • auf Wiesen, die an Wäldern grenzen

  • auf Wiesen, die selten bewirtschaftet werden

  • selbst unser Grundstück, welches nah am Waldrand ist, wird regelmäßig vom Fuchs besucht

Fototipp:

Spuren im Schnee oder Matsch sind perfekte Hinweise. Ein einmal entdeckter Fuchswechsel lohnt sich oft über Monate hinweg.


Paarungszeit – Wann ist die Ranz?

Die Paarungszeit des Fuchses, auch Ranzzeit genannt, beginnt während des Januars und endet Anfang/Mitte März. In dieser Zeit sind Füchse deutlich aktiver, lauter und auch tagsüber häufiger zu sehen. Charakteristisch sind schrille Rufe und vermehrte Reviergänge.

Fotografisch spannend:

Die Chancen auf Sichtungen steigen enorm. Gleichzeitig sind Füchse in dieser Zeit aber auch besonders aufmerksam – Abstand und respektvolles Verhalten sind wichtig.


Aufzucht der Jungfüchse

Nach etwa 52 Tagen Tragzeit wirft die Fähe bis zu zehn Welpen. Im Durchschnitt besteht ein Wurf aus vier bis sechs Jungen. In den ersten Wochen bleiben sie im Bau. Ab Ende April/Mai zeigen sich die Jungfüchse zunehmend vor dem Bau, spielen und erkunden ihre Umgebung.

Wichtiger Hinweis:

Gerade in dieser Phase ist Zurückhaltung extrem wichtig. Zu viel Störung kann dazu führen, dass der Bau aufgegeben wird. Ich fotografiere Jungfüchse nur mit großem Abstand und ausschließlich vom festen Ansitz aus.


Wie leicht findet man Füchse?

Füchse sind häufiger da, als man denkt – man sieht sie nur selten. Geduld, regelmäßige Beobachtung und das Verständnis für ihre Sinne machen den Unterschied.

Meine Erfahrung aus der Wildtierfotografie im Erzgebirge:

Je weniger man versucht, den Fuchs aktiv zu finden, desto öfter findet er einen selbst. Ruhige Ansitze, immer wieder dieselben Orte und das Lesen der Spuren führen langfristig zum Erfolg.


Fazit: Wissen schlägt Tarnung

Wer den Fuchs fotografieren möchte, sollte weniger auf perfekte Tarnkleidung setzen und mehr auf Verständnis für sein Verhalten. Wind, Bewegung, Geräusche und Geduld sind entscheidender als jedes technische Hilfsmittel.

Der Rotfuchs ist ein faszinierender Bewohner unserer heimischen Natur – und mit Respekt, Ruhe und Erfahrung lassen sich auch im Erzgebirge ganz besondere Begegnungen erleben.

Wenn du den Europäischen Rotfuchs nicht nur besser verstehen, sondern ihn auch aus fotografischer Perspektive erleben möchtest, wirf gern einen Blick in meine Fotogalerie.

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