Birkhühner im Erzgebirge – Ein unvergesslicher Morgen

Im April hatte ich die einmalige Gelegenheit, ein Foto-Hide auf einer Hochebene im Erzgebirge zu nutzen, um dort Birkhühner während der Balz zu beobachten und zu fotografieren. Die Gegend kenne ich bereits seit einigen Jahren, denn dort konnte ich schon viele schöne Begegnungen mit Vögeln und Säugetieren erleben.

Die Möglichkeit, die Tiere aus einem gut versteckten Ansitz heraus zu beobachten, wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Also stand der Plan fest: Am nächsten Morgen sollte es noch vor Sonnenaufgang hinaus auf die Hochebene gehen.


Früher Start in den Tag

Der Wecker klingelte um 3:30 Uhr. Kurz vor 4 Uhr saß ich bereits im Auto und erreichte gegen 4:30 Uhr den Wanderparkplatz. Zügig machte mich auf den etwa halbstündigen Fußweg zur Bergkuppe.

Das Dämmerlicht war überraschend gut – ich konnte sogar noch ein paar Sterne sehen und kam ohne Stirnlampe aus. Kurz vor 5 Uhr erreichte ich die Hütte, baute mein Stativ auf und richtete mich ein. Rückblickend wäre es vermutlich noch besser gewesen, etwas früher vor Ort zu sein.


Erste Begegnungen im Morgengrauen

Es dauerte nicht lange, bis die ersten Birkhähne einflogen. Im schwachen Licht konnte ich sie zunächst nur schemenhaft erkennen. Die kullernden Rufe der Männchen erfüllten die Luft – ein beeindruckendes Erlebnis, das sofort Gänsehaut erzeugt.

Ich wartete gespannt darauf, dass das Licht besser wurde, um mit dem Fotografieren zu beginnen. Die ersten Aufnahmen waren zwar unscharf, verrauscht und absolut nicht perfekt, aber ich nahm sie trotzdem mit. In solchen Momenten weiß man nie, wie lange die Tiere bleiben.


Ein überraschender Abflug

Ich fotografierte und filmte fleißig, doch plötzlich – gegen 7:00 Uhr – schien ein unsichtbares Signal durch die Gruppe zu gehen. Innerhalb eines Augenblicks flogen alle Birkhähne gleichzeitig davon. Gerade als das Licht besser wurde und die Sonne langsam über den Horizont kam.

Ich war zunächst ratlos und ehrlich gesagt auch ein wenig enttäuscht. Sollte das Erlebnis wirklich schon vorbei sein?


Geduld zahlt sich aus

Ich überlegte kurz, zusammenzupacken, entschied mich dann aber zu bleiben – und wurde belohnt.

Kurz vor halb acht kehrten die Birkhühner zurück. Diesmal sogar mit zwei Weibchen im Schlepptau.

Was folgte, war ein beeindruckendes Naturschauspiel: Die Balz der Birkhühner im warmen Morgenlicht. Durch die geschützte Position im Hide konnte ich mich relativ frei bewegen und war gleichzeitig vor dem starken Wind geschützt, der draußen das Gefieder der Vögel teilweise ziemlich durcheinanderwirbelte.


Balz und Kämpfe

Die Männchen versuchten immer wieder, die Weibchen mit ihren Balztänzen zu beeindrucken. Diese zeigten sich jedoch noch zurückhaltend – eine Paarung konnte ich nicht beobachten.

Besonders faszinierend waren die Kämpfe der Hähne untereinander. Ein spannendes Zusammenspiel aus ritualisierten Bewegungen, kurzen Verfolgungen und schnellen Gefechten. Dabei flogen tatsächlich die Federn – im wahrsten Sinne des Wortes.

Dieses Schauspiel konnte ich bis etwa 8:30 Uhr beobachten. Danach wurde es allmählich ruhiger. Die Weibchen zogen sich wieder in die Bäume zurück, während einige Männchen entspannt auf der Wiese nach Nahrung suchten und die ersten Sonnenstrahlen genossen.


Ein erfolgreicher Abschluss

Gegen 10:00 Uhr verließ ich die Hütte. Zu diesem Zeitpunkt waren keine Birkhühner mehr zu sehen.

Am Ende dieses besonderen Morgens standen über 2.200 Fotos und rund 30 GB Videomaterial auf meiner Speicherkarte. Insgesamt konnte ich 11 Hähne und leider nur 3 Weibchen zählen.


Fazit

Dieser Morgen war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Die Kombination aus früher Aufbruchsstimmung, intensiven Naturmomenten und der Nähe zu den Birkhühnern werde ich so schnell nicht vergessen.

Solche Begegnungen zeigen mir immer wieder, warum ich die Wildtierfotografie im Erzgebirge so liebe.

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Meine modifizierte Kameraausrüstung für Tierfotografie im Erzgebirge